Friendly Fire

Unterrichtsministerin Schmied nach ihrem glorreichen Sieg über Parteichef Gusenbauer in der Causa Staatsoper gestern erstmals in der ORF-Pressestunde: Ein spannender Termin. Passiert ja nicht alle Tage, dass eine Neo-Ministerin einen Bundeskanzler in die Schranken weist.
Die Befragung wurde durch die Journalistenbesetzung der Pressestunde dann mehr als skurril. Frido Hütter von der "Kleinen Zeitung" (die sonst ja eher für seriösen Qualitätsjournalismus steht) wirkte eher wie ein Vertreter der Sozialistischen Korrespondenz denn als objektiver Journalist. Jede 2. Frage war, warum die Gesamtschule nicht kommt, wo doch alle wissen, dass Gesamt- und Ganztagsschule das einzig Seligmachende in der Bildungslandschaft sind. Das belegte er mit nicht nachvollziehbaren Beispielen ("in Graz sehen wir ja, dass das funktioniert" - Anm. des Bloggers: Wo sind dafür die Belege?!?) und Propagandaphrasen.
Es ist immer gut, wenn Journalisten nicht auf dem Mainstream daher schwimmen oder kritisch hinterfragen. Was Herr Hütter hier aber geboten hat, war eine Schmierenkomödie aus der untersten Schublade. Statt der in der Pressestunde üblichen kritischen Hinterfragung gab´s "friendly fire" zur Unterstützung der SP-Hardliner. Ich bin gespannt, wann Hütter Pressesprecher von Schmied wird.
P.S.: Apropos ORF: Heute in NEWS Networld (http://www.networld.at/index.html?/articles/0724/10/175581.shtml) ein ganz interessanter Artikel über den ORF als öffentlich-rechtlichen Sender nach der Wrabetz-Reform: Mehr Wiederholungen als auf ARD und ZDF, weniger Information als auf deutschen Privaten. Jetzt sind langsam Konsequenzen gefragt...
gerhard.loub - 11. Jun, 10:28