ORF-Blamage

Die "große ORF-Reform" ist mit dem heutigen Tag gestartet. ORF1 verabschiedet sich endgültig vom öffentlichrechtlichen Anspruch. Statt ZiB-Durchschaltung gibt´s eine Daily-Soap mit österreichischen D-Promis und solchen, die es gerne wären. Die ZiB20 entspricht der Nachrichtensendung des Privat-TV Pro7 - Infotainment halt. Es wäre höchst an der Zeit, die Gebührenfinanzierung für ORF1 ersatzlos zu streichen. Denn was Wrabetz aus ORF1 gemacht hat, hat mit öffentlichrechtlichem Fernsehen nichts mehr zu tun.
Einfach peinlich ist das Design des neuen ZiB-Studios mit den 3 je 1/2 Million Euro teuren Videowalls. Vor der altbekannten Weltkugel sind jetzt weiße Streifen gepinselt, die mehr an eine Sendestörung als an professionelles Design erinnern. Und die einzelnen Teile des Hintergrunds wirken durch seltsame Kanten so, als ob Pappendeckel notdürftig aneinander geklebt wäre. Namenseinblendungen sind mit weißen Kästchen derart primitiv unterlegt, als hätte ein Volksschüler seine ersten Versuche mit Powerpoint unternommen. Und der Pfusch wird als Innovation verkauft!
Es ist schade um den ORF, um die vielen engagierten und professionellen Mitarbeiter, wenn ein Buchhalter aus parteipolitischen Gründen neuer ORF-Chef wird und Sendungsdesign und öffentlichrechtlichen Anspruch des Senders ruiniert. Aus einem rot-weiß-roten Flaggschiff ist ein matter Abklatsch österreichischen Privatfernsehens geworden. Danke, Wrabetz, Danke, SPÖ!
gerhard.loub - 10. Apr, 17:25